Meine Arbeit wird mit Liebe bezahlt, anstatt subventioniert.

 Von Wahlfreiheit kann nicht die Rede sein.

Staatliche Unterstützung für Selbstbetreuer? FEHLANZEIGE

Staatliche Unterstützung für Fremdbetreuung? JA!

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich sehe eine unnatürliche Verteilung. Eine Ungerechtigkeit. Eine Fremdbestimmung. Einen Zwang, wenn es darum geht frei entscheiden zu dürfen, ob ich meine Kinder zu Hause lasse oder nicht, und das ohne finanzielle Einbußen und Verzicht auf eine gewisse Lebensqualität. Wer bereit ist dies zu stemmen, der hat die Wahl bereits getroffen. Und glaubt mir einfach, dass ich in diesem Moment meinen Gedanken folge, und nicht daran denke: Dass sich Menschen angegriffen fühlen könnten, die ein ganz anderes Leben führen, welches ich nicht verurteile. Kindergartenkritik oder Fremdbetreuungskritik bedeutet, dass ich es kritisiere. Punkt. Es bedeutet, dass ich mir eine andere Welt für Kinder wünsche. Das ist mein Leben und meine Kritik an diesem System. – Revisionen dieses Beitrags: 91 – … sagt das alles? Der gesellschaftliche Druck ist so hoch, dass ich es lange nicht gewagt habe, wieder darüber zu schreiben.

Von Wahlfreiheit kann nicht die Rede sein. Es sei denn, der Hauptverdiener der Familie ist Gutverdiener, oder einer von beiden selbstständig mit nennenswerten Ertrag. Spätesten ab dem 3. Lebensjahr eines Kindes, gibt es keine staatliche Unterstützung mehr für Selbstbetreuer. Für die 15 anderen Bundesländer in Deutschland, beginnt das: Finanzielle „auf sich selbst gestellt sein“, schon nach dem Auslaufen des Elterngeldes. Nur noch Bayern sichert eine „Herdprämie“, vom 15. Lebensmonat bis zum 3. Lebensjahr.

G E W U S S T ?

FAKT IST: Diese 150 € (pro Kind) im Monat, stehen den 2520 € gegenüber, die dem Staat ein Krippenplatz (pro Kind) im Monat kostet. Diese vergleichsweise geringe Vergütung, wird abwertend „Herdprämie“ genannt. Wir wissen ja alle, dass Mütter nur am Herd stehen, und mindestens 3 x am Tag warm kochen. Der Rest der Kinderbetreuung geht natürlich auch „leicht von der Hand“, genau so wie es einer Erzieherin „leicht von der Hand“ geht. Jeden Tag.

Außerhäusliche Betreuung mehr wert als Betreuung der Mutter zu Hause

Es ist also ganz klar, welche Art der Betreuung (dem Staat) unterstützenswert zu sein scheint. Eine Mutter, die ihr Kind nicht in den Kindergarten geben möchte, muss also selbst zu sehen, oder man fügt sich diesem System. Und es ist noch längst nicht so, dass sich die Mehrheit der Familien als ‚Familien-Team‚ versteht – und nicht als „Ich will doch nicht finanziell abhängig von (einem) meinem Mann sein.“ – Und es ist auch noch längst nicht so, dass überhaupt die Mehrheit die Wahlfreiheit hätte Kindergartenfrei zu leben (aus finanziellen Gründen). Weil nicht jeder Gutverdiener ist. Weil durchaus die Mehrheit der Familien Doppelverdiener sind, um überhaupt existieren zu können! Das ist Wahlfreiheit? Das bedeutet für mich als Selbstbetreuer. Leben am Limit. Abgesehen von der gesellschaftlichen Missachtung, die mir täglich entgegen gebracht wird. Meistens von der jüngeren Generation. Meist von anderen Müttern.

Von Menschen die mir eigentlich nahe sein müssten.

Es lohnt sich für mich nicht, (mit Steuerklasse 5) außer Haus zu arbeiten, um andere für die Betreuung meiner Kinder bezahlen zu können, um von dem Rest (der mir dann über bleibt), 2 Wochen mit dem Auto (welches der Bank gehört) in den Urlaub zu fahren, um mich dann darüber zu beschweren wie anstrengend meine Kinder sind. (Achtung Sarkasmus)

Arbeit die  selbst verwirklichend ist? Außer Haus? Arbeit die Selbstverwirklichung ist (aber außerhalb stattfindet), das tausche ich wirklich ungern gegen die Zeit mit meinen Kindern. Diese Zeit ist mir einfach zu kostbar, einmalig und begrenzt. Ich werde schneller wieder zu den selbst verwirklichenden Jobs zurück finden, als es mir lieb sein wird. Und ich spreche bewusst von mir und uns. Mir ist bewusst, dass es Menschen gibt die ihren Tag nicht so gern, komplett alleine Tag strukturieren möchten (gerne Vorgaben haben). Das musste ich auch erst lernen. Ich musste lernen das auszuhalten.

Mir ist auch bewusst, das es Mütter und Väter gibt, die nicht für ein Familienleben dieser Art gemacht sind. Na, und ? Legitim! Ich rede wirklich niemanden nieder, der nicht danach fragt. Ich schreibe nur manchmal meine Gedanken hier nieder. Abrufbar für die ganze Welt. Abrufbar für den, den es gerade braucht. Und manchmal überkommt mich einfach, diese zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit. Ich gehöre nicht zu denen, die alles Gegenteilige diffamieren müssen. Ich lebe mein Herz und zahle dafür einen Preis.

People asking me all the time how are you doin‘ that?“ Ich bitte euch: Hört auf zu sagen: „Das muss man sich leisten können.“ – „Privilegierte Situation.“ – „Ich könnte nicht 24/7 Mutter sein.“ Das verlangt doch niemand! Ich bin nicht abhängig. Von irgendetwas im Leben ist man immer abhängig. – Ist es nicht so? Als privilegiert empfinde ich mich nicht. Jeder, der nur eine Woche mein Leben, leben könnte, würde das nie wieder behaupten. Es sei denn: Er meint mit privilegiert, dass ich mit Liebe bezahlt werde, statt mit Geld. Liebe die, die Zukunft trägt. Liebe die eine spätere Beziehung trägt. Liebe die zukünftige Generationen trägt. Wenn ihr der Meinung seid, man könne diese Liebeausgabe teilen, dann tut es! Ich bin der stillen Hoffnung. Irgendwann kommt alles zum Ursprung zurück. Wie auch immer der Ursprung aussieht.

Job und Selbstbetreuung gleichzeitig?

Es gibt einige Menschen denen das Glück gegönnt ist, beides zu vereinen. Von zu Hause zu arbeiten und sich gleichzeitig die Kinderbetreuung mit dem Partner zu teilen: Indem beide Teilzeit arbeiten, oder studieren. Menschen die einen „Familien-Clan“ haben. Wo noch alle mithelfen, bei der Betreuung der Kinder. Warum wird das nicht subventioniert? Müttergehalt ist kein alter Hut. In Deutschland scheint es aber nicht sehr weit her zu sein, mit den Müttern, auch nicht mit dem Ort und der Art wie wir geboren werden. (Kreißsaal Schließungen, Hebammen Problematik.) Das ist eine ernsthafte Frage. Warum gibt es so wenig öffentliche Diskussion darüber?

Dagmar Neubronner, Mutter dreier Söhne, erzählt:

Durch meinen 12jährigen Sohn habe ich guten Kontakt zu jüngeren Müttern. Ich erlebe darunter viele, die lieber Vollzeit-Familienarbeit bei ihren eigenen Kindern leisten möchten, als diese Arbeit zu delegieren, um der politisch und gesellschaftlich diktierten Vereinbarkeit Folge zu leisten. Und ich sehe ihre Sorge und Verzweiflung bei der Frage, wie das in dem momentanen politischen Klima gehen soll. Von echter Wahlfreiheit kann hier nicht die Rede sein. Ganz besonders nicht nach der Reform des Unterhaltsrechts vom 01.01.2008, welche die Mütter dreijähriger Kinder in die Erwerbstätigkeit zwingt.“ Auch das „Gesetz zur Förderung von Kindern unter drei Jahren in Tageseinrichtungen und in der Kindertagespflege“ (KiföG), das am 7. November 2008 vom Bundestag verabschiedet wurde, steht im Widerspruch zum Grundgesetz (Art. 6, Abs. 2) und zur Kinderrechtskonvention (Art. 7). Daraus leitet sich das Recht des Kindes auf die Betreuung in seiner Familie ab.  Immer noch fehlt eine Lobby für Mütter und ihre Leistungen, die sie als Mutter erbringen, einschließlich der Realisierung eines Müttergehalts. Viele Mütter dürfen ihren Kindern aus finanzieller Not heraus ihre ungeteilte Zuwendung und Zeit nicht in den paar Jahren geben, die eine Kindheit dauert. Diese Jahre lassen sich nicht nachholen. Kindheit lässt sich nicht auf später verschieben – ebenso wenig das Muttersein.

Zu dem Thema Selbstbetreuen und Geld verdienen, folgt nächste Woche ein spannender Beitrag. 15 Mütter plaudern aus dem Nähkästchen. – Interessant für euch, oder nicht interessant?

Öffnet euer Herz für Kritik. – „Ich glaube, dass sich in unserer Gesellschaft unheimlich viele verstecken mit dem, was sie in sich tragen. Weil es nicht zur Norm passt. Und wenn wir alle ein bisschen an unserem Mutmuskel arbeiten und ein bisschen mehr darüber sprechen, könnte das ganz viel helfen.“ – Juli Pott

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9 Kommentare

  1. Ein schöner Artikel. Ich stimme dir voll zu, was das Thema Wahlfreiheit angeht. Die hat man nicht wirklich. Meine Kinder waren in einem kleinen Kinderladen hier in Berlin. Das war für uns eine super Sache, trotzdem sollte das wirklich jede Familie für sich selbst entscheiden dürfen und das ohne finanziell benachteiligt zu werden. Bei der Schulpflicht geht’s meiner Meinung nach weiter… aber das ist ein anderes Thema.
    Einen tollen Blog hast du hier!

    LG, Caroletta

  2. Hallo, bei uns ist es so wie du es als privilegiert beschreibst. Mein Mann verdient gut und kann als selbständiger zuhause arbeiten. Die Kinder dürfen in den (wunderschönen) Kindergarten wenn sie wollen. Das entscheiden sie morgens nach dem aufstehen. Uns schlägt viel Neid und Hass entgegen. Das Kindergarten Thema scheint wohl sehr emotional zu sein. Lange stillen, hausgeburt etc hat mir nicht einen negativen Kommentar eingebracht 🙄trotzdem ist es echt verlorene liebesmüh sich mit anderen zu vergleichen. Wir haben auch unsere Pakete zu tragen,wem hilft es zu wissen wer es schwerer oder leichter hat. Manchmal sehe ich meine erfolgreichen Arzt /Anwalts freundinnenund bin neidisch auf ihren Job und ihre Karriere. Manchmal treffe ich alte Freunde die mir von ihren Weltreisen erzählen und ich bin auch neidisch.. Letztendlich habe ich mich entschieden Kutter zu sein und versuche nicht zu schauen was die anderen machen

  3. Toller Artikel! Ich habe das wahnsinnige Glück in einer recht konservativen Region zu Leben, wo die Alten sich eher aufregen, wenn die Mütter so früh wieder arbeiten gehen. Andererseits gibt es eben auch nie Frauen, dir liebend gern zu Hause bei ihren Kindern bleiben würden, es aber finanziell eben hinten und vorne nicht hinhaut. Hauskauf bzw Überschuldung oder Unterhalt des Partners von einem Kind aus früherer Beziehung sind die meist genannten Gründe für finanzielle Ausweglosigkeit.

  4. Vielen Dank für Deine Gedanken. Wir als Familie haben einen anderen Weg gewählt, unsere Kinder werden, seit sie 1 1/2 Jahre alt sind, cobetreut. In vom Staat subventionierten KiTas, bezahlt auch mit den Steuern, die ich als Arbeitnehmerin mit Steuerklasse 1 monatlich abführe. Trotzdem teile ich deine Gedanken zur notwendigen (finanziellen) Besserstellung von (nicht oder nur teil-berufstätigen) Eltern. Meine Gedanken gehen dabei jedoch eher in Richtung Abschaffung Ehegattensplitting zugunsten eines Familiensplittings sowie ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle, um eine größere Wahlfreiheit zu ermöglichen.

    1. Ja, nachvollziebar! Ich bin auch für das Grundeinkommen und für ein Muttergehalt (ganz besonders für Alleinerziehende). Vor allem aber für echte Wahlfreiheit.

  5. ich hab noch mal ne andere meinung dazu. natürlich ist das alles richtig was du schreibst, allerdings gibt es noch andere wege. zb. sein eigenes leben und sich selber als eigener schöpfer zu sehen. ich kann alles so manifestieren und so in mein leben ziehen wie ich das möchte. wenn ich über den bösen bösen staat schimpfe, bin ich in einer opferrolle und ohnmächtig. wenn ich aber erkenne das ich selber der erschaffer meines lebens bin habe ich die möglichkeit weitere wege zu erkennen die mir vorher verborgen waren. ich bin selber erzieherin (gewesen) habe jetzt eine kleine tochter und werde nie wieder auf diese art und weise arbeiten. ich setze mich gezielt dafür ein das meine familie mit ihren fähigkeiten und fertigkeiten geld „verdient“. das ist für uns die beste möglichkeit um unabhängig zu sein. dafür sind wir hier, um uns selber zu verwirklichen. und wenn wir dies tun, zu 100% wird uns alles gegeben werden was wir für unser leben benötigen. also nehmt euer leben selber in die hand, hört auf zu moser und verwirklicht euch selber. darum gehts hier in diesem leben.

    1. Mir ging es um den Vergleich, was dem Staat ein Kitaplatz wert ist und was eine Mutter wert ist und da ist ganz klar ein Missverhältnis!

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