Wir zeigen uns, wie im echten Leben auch.

Fotos (oder sogar Videos) der eigenen Kinder im Internet.

Bei diesem Satz zucken alle zusammen. Tabu. Tabu. Tabu. Tabuthema? Warum? Eigentlich ist es kein Tabuthema mehr, sämtliche Blogger haben bereits ihre Meinungen, bzw. Rechtfertigungen dazu abgegeben. Ob man sie nun teilt, oder nicht. Ist wie immer, jedem selbst überlassen.

Mich berührt dieses Thema, sagen wir mal: emotional sehr. Als Fotograf, Fotofreak, Bildkünstler, oder wie man es auch nennen möchte, habe ich natürlich ein ganz anderen Blick auf dieses Thema. Anders im Sinne von: Es erfüllt, einen ganz großen Teil meines Lebens. Ich lebe davon. Klar, dass ich meine Kinder sehr oft fotografiere. Klar ist vielleicht auch, dass ich die Ergebnisse sehr gerne zeige. Bei uns sind sogar Bilder dabei, die sehr viel Haut zeigen. Warum? Es ist für mich eine ästhetische Sache. Nicht mehr, nicht weniger.

Angst habe ich nicht. Menschen die einem nichts Gutes wollen, sind überall. Sie sind auch im echten Leben. Angst ist ein schlechter Ratgeber. Er schränkt ein. Restzweifel in Bezug auf Darstellung und Persönlichkeitsrechte, bleiben auch mir. Dazu antworte ich ganz gern: „Ich hoffe, ich setze meine Kinder keinem Umfeld aus, dass sie für Bildmaterial hänseln könnte.“ – Das ist es doch oder? Was viele davon abbringt ihre Kinder zu zeigen. Ich habe dennoch sehr viel Respekt, vor der Entscheidung, nicht an dieser neuen Bild und Social – Media – Kultur teilzunehmen. Auf der anderen Seite frage ich mich, warum stört es gerade diese Menschen, wenn es andere tun?

Die Frage: Warum zeigt man sich überhaupt so regelmäßig, teilweise sehr intim? Ich würde lügen, würde ich behaupten, dass es nicht auch ein bisschen Exhibitionismus, oder kein spaß an der Darstellung ist. Ein großes Teil meiner sozialen Interaktion, findet durch das Internet statt. Hier finde ich immer Rat, Hilfe und Unterstützung. Ich bin sehr froh über das online Elternnetzwerk! Ich finde es aber auch wichtig, dass es außerhalb dessen auch stattfindet und nicht verkümmert.

Eine englischsprachige Bloggerin schrieb in stop bashing!:

Often parents justify their ‘sharenting’ as a great way for far-flung friends and relatives to keep in touch. Certainly as families have become less close-knit and more spread out, social media is a convenient way to keep them updated. But truthfully I don’t think that’s why we do it. That argument always feels like a cop-out to me. Rather, many of us share photographs of our children to feel connected to each other. We no longer live in communities where mums can just pop in and out of each other’s houses for coffee and a chat. Swapping the bustling activity of an office for stay-at-home motherhood can be lonely and isolating. Going back to work and juggling your career and childcare can feel overwhelming. We look for others in the same boat – and we often find them online.

 

Das ist der Punkt! Wie oft habt ihr schon Menschen, nur durch das Internet kennen und lieben gelernt?

Meine und auch eure Kinder, werden früher oder später sehr klar kommunizieren, ob sie, wann sie, und wie sie im Internet zu sehen sein wollen. Bis dahin zeigen wir uns so, wie wir uns auch im echten Leben zeigen. – Gerade in diesem Moment, sagte mir mein 3 1/2 jähriger: „Mama, ich mag gerne Fotos machen“.

Bis bald

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2 Kommentare

  1. Hallo 😊
    Auch wenn ich es selbst anders halte, was die Darstellung meiner Kinder angeht, so ist dies doch in der Tat eine persönliche Entscheidung und so komme ich gar nicht auf die Idee, aber dafür zu kritisieren, dass sie sich grundsätzlich oder graduell anders entschieden haben. Vielmehr schaue ich mir sogar durchaus gerne Bilder wie die Eurigen an. Sie sind nämlich sehr ästhetisch!

    Lieben Gruß Jessi

    1. Danke! Ich respektiere die andere Seite auch. Ich finde es immer wieder schade, wie versucht wird in’s Gewissen zu reden. Das mache ich ja auch nicht. Wobei, warte. Doch das mache ich sicher auch. Aber bei anderen Themen.

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